Zeit für Rebellion

                            © M. Großmann / pixelio.de                  © Gabi Eder / pixelio.de                         © glawo / pixelio.de

Gibt es noch die eigenen Meinungen in diesem Land? Gibt es noch einen offenen Austausch über diese eigenen Meinungen auf der Welt? Zunehmend - nein. Im Gegenteil. Die Fronten verhärten sich. Fakten werden so gedreht, das sie ins eigene Weltbild passen. Maßnahmen werden von oben verordnet ohne Widersprüche auch nur zu dulden. Alles, was auch nur einen Hauch anders scheint, wird ausgeblendet und schlecht gemacht.

 

Doch eine Welt kann nur dann in Balance sein, wenn jede Stimme eine Berechtigung hat. Jede Einzelne. So unbequem sie sein mag. Das gilt für alle Seiten.

 

Ich komme gerade aus meinem Lieblings-Bio-Laden. Da haben mich Masken angeschaut. Menschen in Maulkörben, die sich darunter entweder augenscheinlich beschissen gefühlt oder irgendwie arrangiert haben und brav weiterarbeiteten. Ich habe keine dieser Masken. Ich sehe nicht ein, Geld für etwas auszugeben, das ich nicht will. Ich habe nur einen Schlauchschal. Den habe ich genommen. Und darunter geschwitzt, wie ein Schwein. Was die Wut in meinem Bauch fast zum Explodieren gebracht hat. Für mich ist das, was hier geschieht, ist Freiheitsentzug in ihrer schlimmsten Form. Die Botschaft ist deutlich: "Halt die Klappe, mach' was die Regierung und Wissenschaftler sagen, die wissen was sie tun." 

 

Ja, das hatten wir schon. Das habe ich schon erlebt. In der DDR. Das haben auch meine Großeltern schon erlebt. Es hieß Nazi-Deutschland. Da haben auch alle die Klappe gehalten und die Regierungen machen lassen. Das hat super geendet....

 

Es ist wie früher, wenn Papa den großen Zeigefinger rausgeholt und uns in die Schranken gewiesen hat. Bis zum Moment, in dem wir gegen seine Allmachtfigur rebelliert haben und sie demontierten. So wird man erwachsen. Wir alle kennen das aus unserem eigenen Leben. Erwachsen werden kann für die Eltern verdammt unbequem sein. Weil sie sich in Frage gestellt fühlen. Weil die Risse in ihrem System und Denken ins Rampenlicht geraten. Weil all' die Unstimmigkeiten und Widersprüche zwischen Anspruch, Worten und Handeln nicht mehr widerspruchslos akzeptiert sondern ausgesprochen werden.

 

An dem Punkt bin ich jetzt. Ich erkenne die Allmacht von Regierung und Wissenschaftlern nicht mehr an. Ich hinterfrage die herrschende Meinung. Ich sehe Risse im System. Klaffende Risse. Ich sehe Widersprüche, Unstimmigkeiten und Verstrickungen. Ich nutze meinen eigenen Kopf zum Denken. Dafür ist er da. Nicht zum Befehle empfangen und "zurück ins Glied" zu gehen. Mein Kopf ist dafür da, um ihn zu benutzen. Nicht, um einen Anderen für mich denken zu lassen. Und - ich habe nicht nur einen Kopf. Ich habe auch ein eigenes Gefühl und ich habe eine eigene Wahrheit, die sich formt, wenn ich mir die verschiedenen Seiten anschaue. Für mich ist das ein Grund zum Feiern. Ich beginne, erwachsen zu werden. 

 

Je abstruser die Verordnungen und Gesetze werden, desto mehr wird jeder von uns an diesen Punkt kommen, in dem er sich fragen muss, ob er Papa und Mama noch folgen kann und will. 

 

Wir haben uns gerade allesamt in die Pubertät geschleudert. 

 

Und das ist gut so. Das ist genau richtig. Das braucht unsere Welt. Sie braucht erwachsene Menschen, die für ihre eigene Meinung und Ansicht einstehen und sie offen vertreten. Es braucht Menschen, die in der Lage sind, sich selbst zu hinterfragen und andere Meinungen anzusehen, anzuhören und dann eine gemeinsame Lösung zu finden, in der jeder seinen Platz, seine Freiheit, seine Stimme und seine Unabhängigkeit behält. Wir brauchen uns selbst als Erwachsene, die Verantwortung für das Ganze übernehmen und diese Verantwortung nicht auf andere Schultern abwälzen.

 

Corona ist dabei nur der klitzekleinste Punkt. Die Spitze vom Eisberg sozusagen. Denn, wir wissen alle, das wir eine neue Welt gestalten müssen und das die Aufgaben enorm sind. Wir wissen, alle, das wir aufräumen müssen. Und zwar gründlich. Das wir alles in Frage stellen müssen und umgestalten, von dem wir bisher glaubten, es wäre richtig. Inklusive unserer Eltern.

 

Papa wird das nicht für uns tun. Er wird an seiner Papa-Rolle festhalten, wenn wir nicht an seinem Stuhl rütteln. Es wird auch keinen Helden geben, der uns das eigene Erwachsenwerden abnimmt und eine neue Welt schafft - mit vernünfigen Gesetzen, ausgewogenen Sichtweisen, einer offenen Diskussion und Freiheit im Denken. Wir selbst müssen den Schritt gehen. Jeder einzelne von uns. 

 

Wir müssen uns fragen, was uns in diesem Moment davon abhält, den Mund aufzumachen. Warum wir kuschen. Warum wir eine Meinung als Wahrheit akzeptieren obwohl unsere eigene Erfahrung, unser Gefühl und unsere Intuition das Gegenteil sagt. Wir müssen uns anschauen, im Spiegel. Und gucken, ob wir da nicht an irgendeiner Stelle Angst haben.

 

Die Ängste sind ziemlich real und drängend. Denn im Moment heißt es tatsächlich beschimpft, denunziert, ausgeschlossen und mundtot gemacht zu werden, wenn wir anders denken, als die offizielle Wahrheit. Doch wißt ihr was?

 

Diese Angst bringt uns genau in die Wirklichkeit, die wir zu vermeiden suchen. Diese Maske ist das Symbol dafür, mundtot zu sein. Die eigene Stimme zu verlieren oder zu unterdrücken. Die Angst lässt uns Abstand voneinander halten und uns praktisch gegenseitig auszuschließen. Was also gibt es eigentlich zu verlieren?

 

Nichts. Außer uns selbst. 

 

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Timmijaaraq


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Die, die

überall hinfliegt.


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Der kleine Vogel.


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Unterwegs zwischen 

Himmel und Erde.


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Er setzt sich

sacht....


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.... auf dein Herz.


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Um zu singen

und zu zwitschern.


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Er singt ein Lied

vom Himmel. 


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Er singt

von einer Welt

ohne Grenzen.


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Er singt ein Lied

von der Schönheit

deiner Seele.


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