© Angelika Koch-Schmid / pixelio.de

Hätte ich jemals gedacht, dass meine Verletzbarkeit meine größte Stärke ist? Hätte ich jemals geglaubt, dass ich mein Herz und meine Seele wieder weit öffnen kann, ohne Angst vor Pfeilen aus Mißverständnis, Verurteilung oder Mißachtung zu haben? Hätte ich mir jemals vorstellen können, dass ich tatsächlich nackt und bloß, mitten in einem Raum voller Menschen stehen kann? Ruhig, still, friedvoll und absolut ehrlich? Nichts erwartend, nichts wünschend, nur seiend? Das Eis ist geschmolzen. Es schmilzt weiter. Der ganze Eispanzer, den ich als Schutz um mein Herz errichtet habe, er verwandelt sich in fließende Schönheit aus Tropfen. Mit jedem neuen Zeigen. Verletzbar und aufrichtig.

 

Es ist die größte Heilung, die ich mir vorstellen kann. Heilung, geboren aus der Gewissheit, wer ich bin. Das, was ich in den letzten intensiven Monaten, Wochen, Tagen, Momenten erlebe, ist eine buchstäbliche zweite Geburt. Alles, was nicht zu mir gehört, verlässt meinen Körper. Ich könnte es Frühjahrsputz nennen, doch es ist viel mehr. Es ist eine Reinigung bis in die letzten Poren. Reinigung - bis nichts mehr bleibt, als mein eigenes Wesen. Wie ein frischgeschlüpftes Küken.

 

Dabei erlebe ich, was ich alles in mich aufgenommen habe. Was ich alles getragen habe. Welche Überzeugungen ich übernommen habe. Welche Gedanken ich buchstäblich wiedergekäut habe. Alles das kann gehen. Zentnerlasten gleiten von meinen Schultern.

 

Je mehr ich verstehe, was ich da alles in mir getragen habe, je klarer sehe ich auch, was andere Menschen tragen. Es öffnet mir die Augen für die Schutzpanzer Anderer. Es öffnet die Tür für ein Verstehen. Für tiefes, tiefes Mitfühlen. Meine Welt verwandelt sich. 

 

Plötzlich realisiere ich, dass es wahr ist, was alle spirituellen Lehrer lehrten. Was alles Bücher ausdrückten. Was so oft ungehört verklungen ist. Da gibt es nur Liebe. Unsere Welt besteht aus nichts anderem. Diese Liebe mag sich bis zur Unkenntlichkeit verzerrt haben, doch ich kann sie trotzdem sehen. Hinter allen Mauern, hinter aller Angst, hinter aller Verletzung und hinter allen Schutzmechanismen. Hinter der Abwehr und dem Kampf. Hinter der Verzweiflung und dem Schmerz. Hinter den Wunden und der Aggression. Sie ist da. Es gibt nichts und niemanden, der etwas aus einem anderen Grund tut. Und die Frage ist immer nur: "Was liebst du so sehr, dass du glaubst, so handeln zu müssen, wie du es jetzt gerade tust?" Diese Frage verändert alles. Wertungen und Urteile verlieren ihre Bedeutung. Sie machen keinen Sinn mehr. 

 

Etwas ist sehr ruhig geworden in mir. Sehr, sehr ruhig. Weil die Suche zu Ende ist. Ich habe die Liebe gefunden. Wohin auch immer ich schaue. Ob in deine Augen - oder in mein Herz....

 

 

 

 

© page4 - Bildarchiv

Timmijaaraq


© page4 - Bildarchiv

Die, die

überall hinfliegt.


© page4 - Bildarchiv

Der kleine Vogel.


© page4 - Bildarchiv

Unterwegs zwischen 

Himmel und Erde.


© page4 - Bildarchiv

Er setzt sich

sacht....


© page4 - Bildarchiv

.... auf dein Herz.


© page4 - Bildarchiv

Um zu singen

und zu zwitschern.


© page4 - Bildarchiv

Er singt ein Lied

vom Himmel. 


© page4 - Bildarchiv

Er singt

von einer Welt

ohne Grenzen.


© page4 - Bildarchiv

Er singt ein Lied

von der Schönheit

deiner Seele.


© page4 - Bildarchiv
Timmijaaraq [-cartcount]