Abgrenzung in Verbindung

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Mit den neu erwachten Sinnen zeigt sich auch ein Problem. Wie kann ich mit dieser Feinfühligkeit in einer Welt voller Angst und Panik sein, oder davon überrollt zu werden? Es gibt nur einen Weg. Ich muss mit mir selbst vollkommen im Reinen sein. Mit allem, was ich tue. Und genau da liegt die Krux.

 

Wann immer ich in irgendeiner Form über meine eigene Grenze gehe, zeigt mir das mein Körpersystem direkt, ohne Übergang, in Form von Abweg. Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Husten, Nase laufen... was immer da möglich ist, um meine Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

 

Ich habe mich selbst bisher allerdings nicht so wirklich verstanden. 

 

Die Lösung liegt nicht im Vermeiden der Situationen. Sie liegt im, ins Reine kommen, mit den Situationen. Sie liegt im mich innerlich Abgrenzen. Im Stop sagen können. Im Nein sagen können. Sie liegt in der Freiheit der Wahl. Und genau diese Freiheit habe ich mir selbst bisher nicht geben können.

 

Mein innerliches Überleben hing bisher davon ab, wie gut ich meine Umgebung erspüren konnte. Wie klar, ich ausloten konnte, wo die Menschen um mich herum stehen. Sie nicht mehr zu fühlen, hätte für mich ein enormes Risiko bedeutet. Dann könnte ich die Situation nicht mehr einschätzen und würde Gefahr laufen, mein Leben zu verlieren. Da ist nicht nur so ein Wortspiel. Das ist in meinem System real. Denn ich habe das erlebt. Ich bin auf dem Scheiterhaufen gelandet, weil ich die Menschen um mich herum falsch eingschätzt habe. Weil ich nicht auf meine Sinne gehört habe. Sie gar nicht erst geöffnet habe. Sondern den Worten vertraut. Das hat sich tief in meine Zellen eingeprägt. Es ist in mir gespeichert.

 

Genau deshalb konnte ich bis jetzt unmöglich meine Energien abgrenzen. Ich konnte meinen eigenen Raum nicht halten. Ich konnte nicht Nein sagen. 

 

Das alles wird mir heute bewußt. In einem tiefen Prozess. Und sofort kommen die Situationen auf mich zu, in denen ich üben kann, neu zu sein. Klar. Bewußt entscheidend. Ja oder Nein? Ich habe den Schalter in mir gefunden und ich stelle fest, es ist ein Drehschalter. Es gibt Abstufungen. Ein Nein ist nicht Nein in Bausch und Bogen und für alles, sondern vielleicht nur in Teilen. Ich habe die komplette Freiheit, genau zu bestimmen, was für mich richtig ist und was nicht. Mein Überleben hängt nicht mehr davon ab. Ich kann es alles ändern. Und genau das tue ich jetzt....

 

Damit bekomme ich auch endlich die Freiheit, das Nein von Anderen ohne Probleme zu akzeptieren. Auch ihr Nein bedroht mich nicht mehr. Das Nein eines geliebten Menschen stürzt mich nicht mehr in einen Abgrund von Selbstzweifel und Verletzung. Es heißt nicht, das ich nicht mehr geliebt werden. Es heißt einfach nur Nein, in diesem Moment. Ich kann es jetzt nehmen. Ich kann es wirklich nehmen, ohne das die Welt untergeht....

 

Es sind keine Grenzzäune und Mauern, die ich errichten muss. Es ist einfach ein natürlicher Übergang von einer Farbe zur Anderen. So harmonisch, wie in der Natur. Schwarz ist nicht Weiß und Weiß ist nicht Schwarz. Keine Wertung. Es ist nur eine Feststellung. Und beides ist schön und wundervoll. Ich kann ich sein und verbunden bleiben. Nichts davon schließt sich aus... 

 

Ich kann kaum beschreiben, wie erleichtert ich bin. Was für eine irre Last mir das von den Schultern nimmt. Wieviel Energie diese ständige Aufmerksamkeit und Wachsamkeit wirklich gefordert hat, das werde ich schnell merken. Weil ich sie für das zur Verfügung habe, was jetzt wirklich wichtig ist. Mein eigenes Leben..... Und alles, was ich damit machen möchte...

 

 

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