Die Schamanin erwacht

© Heike Würpel

Ich stehe auf der Lichtung, umrahmt von Bäumen, leuchtendem Grün. Ich fühle die Wesen um mich herum. Und ich trommle. Es gibt eine Botschaft zu verkünden. Durch alle Zeiten. Durch alle Welten. Die Botschaft vom bewußten Beginn meines neuen Weges. Des Weges der Liebe. Der Freiheit. Der Verbundenheit. 

 

Ich beginne mit der keltischen Trommel. Sie trägt mich direkt nach Atlantis. Ich weiß, das ich mit jedem Ton Energie aussenden. Schwingungen. Kraftvolle Klänge. Sie passen zu der Kraft, der Klarheit, der Unabhängigkeit, die ich jetzt lebe. Fast fühlen sie sich an, wie Paukenschläge, so machtvoll vibriert die Luft. Meine Stimme kommt dazu. Mein ganzer Körper wird Instrument und Klang. Aufrecht stehe ich, lasse die Töne fließen, spüre diese Stärke. Sie flutet durch mich, in jede Zelle und verwandelt mein Wesen. Ich sehe, wie sich alles verändert. Wie sich Geschichte neu formt. Ich fühle das Aufhorchen, das Lauschen dort am anderen Ende der Welt, in der anderen Zeit, die doch keine andere Zeit ist, weil sie jetzt geschieht. Die Vergangenheit macht Raum zu einer neuen Gegenwart.

 

Stille. Nachklang. Dann ist es Zeit für die Trommel, die Zukunft und Vergangenheit zusammenbringt. Die Trommel, die für die Schamanin steht, die gerade in mir erwacht. Die Trommel, die mit der Kraft des Landes aus Eises spricht. Die Verbindung von großem Eis, Polarbär, Arktischem Wolf und Schneeule. Es sind andere Töne. Nicht so mächtig und doch genauso kraftvoll. Mit der Trommel reise ich nach Ostgrönland. Zu meiner Seelenheimat. Ich spüre, wie sich ein Kreis meiner Geschichte dort mit dem Heute verbindet. Ich war Tochter eines Schamanen. Ich sollte seine Erbin sein. Jetzt ist es soweit. Ich komme zurück. Ich habe meinen anderen Weg vollendet. Jetzt kann ich die sein, die ich damals sein sollte. Aus freien Stücken. Aus eigener Entscheidung heraus. Ich bin auf dem Berg, dem heiligen Berg. Meine Trommel klingt. Sie weckt die Seele wieder auf, die so lange geschlafen hat. Meine Seele und die Seele meines Volkes...

 

Doch ich bin nicht nur für sie hier. Ich öffne die Türen für Jeden, der bereit ist. Die Tür zur eigenen Seele. Ich konnte die Seelen-Ebene immer fühlen. Ich konnte immer mit den Seelen kommunizieren. Und war dann erstaunt, das die Menschen so weit weg von ihren eigenen Seelen agierten. Die Botschaften, die ich erhielt waren so verschieden. Das hat mich an meinen Fähigkeiten zweifeln lassen. An meiner Wahrnehmung. Doch jetzt kann ich unterscheiden. Meine Gabe ist, das ich auf allen Ebenen verbunden bin. Ich kann übersetzen. Ich kann vermitteln. Ich kann die Brücke bauen. Zwischen dem Hier und dem Dort. Zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Zwischen der Seele und dem Menschen. 

 

Die Trommeln schweigen. Ich sitze im Schatten der Kiefer und lausche meinem Inneren. An den Grashalmen schwingen die Elfen hin und her und werfen mir Kußhände zu. Um mich herum formiert sich der Kreis meiner Lehrer. In all den verschiedenen Formen und durch alle Zeiten. Sie sind da. Sie waren immer an meiner Seite. Durch alle Zeiten, auf diesem ganzen, langen Weg durch die Dunkelheit. Die Lichtung füllt sich. Meine Seelenfamilie. Eine Gemeinschaft der Verbundenheit. Meine Tränen fließen. Freude. Tiefe, tiefe Freude strahlt in mir. 

 

Die ersten Schritte auf meinem neuen Weg....

 

 

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