Zurück zur Normalität?

                           © uschi dreiucker / pixelio.de                     © Mona72 / pixelio.de                        © Vereena N. / pixelio.de 

Ich spüre eine Art von Aufatmen um mich herum. Ein Gefühl von Hoffnung. Die Corona-Maßnahmen werden gelockert und schon ist nur noch der Gedanke fühlbar, das alles endlich wieder so wird wie vorher. Stück für Stück. Langsam. Aber deutlich. Frei nach dem Motto, ja, das haben wir geschafft. Jetzt kann es weitergehen mit der Normalität.

 

Ich sehe es anders.

 

Die Normalität ist für mich nicht erstrebenswert. Ich habe keinen Wunsch nach dem Zurück in die Welt, wie wir sie kannten. Denn diese Welt ist für mich krank. 

 

Wie tief verwurzelt die Krankheit reicht, das haben die Informationen, die in den letzten Wochen jenseits des Medienstroms kursierten, gezeigt. Heute lese ich sogar von der "taz", wie die Demonstrationen, die stattfanden, ziemlich offen in die rechte Ecke gepackt werden. Der Artikel steckt voller Verurteilung und Wertung. Da ist kein unabhängiger Journalismus spürbar für mich. Ich vergesse nicht, was ich jetzt weiß, nur weil die Kontrollzügel locker gelassen werden. Das Bild, das sich für mich geformt hat, bleibt. Es ist nicht verschwunden, nur weil niemand mehr hinschaut oder alles als Verschwörungstheorie abtut. Und - die Strukturen wirken weiterhin. Nur - jetzt mit gelockerten Daumenschrauben, weil sie vorher zu eng angezogen worden sind. Da wird nachjustiert. So fühlt es sich für mich an. 

 

Das ist für mich aber nicht das Wichtigste. Das ist, wie ich es schon geschrieben habe, nur die Spitze des Eisberges. Ich beobachte es einfach nur. So, wie ich das ganze Bild beobachte. Ich weiß, das ich diese Welt, die sich da gezeigt hat, nicht für erstrebenswert halte. Es ist eine Welt der Angst. Sie gibt mir die Möglichkeit, zu sehen, zu fühlen und zu erfahren, das ich in ihr nicht länger zu leben bereit bin. Ich bin auch nicht mehr bereit, sie weiter mitzuformen, auszuschmücken oder zu unterstützen. Weder mit stillschweigendem Einverständnis, Mitläufertum, Abducken noch mit Verurteilung. 

 

Ich weiß, das alle die Menschen, die im Moment schalten und walten -  offen, versteckt - glauben, das Beste zu tun. Sie sehen die Probleme dieser Welt und wollen sie lösen. Mit ihren Möglichkeiten und aus ihren Erfahrungen heraus. Ihre Lösungen heißen Kontrolle und Kampf. In ihrem Denken entsteht Sicherheit als Ergebnis einer militärisch strukturieren und organisierten Aktion. Sie wappnen sich, mit allen Mitteln, gegen jedweden Feind. Wo immer er zu finden ist. Und versuchen, zu gewinnen.

 

Ich sehe die Probleme in unserer Welt auch. Aber ich betrachte jeden äußeren Feind als einen Spiegel meines eigenen Inneren. Ich könnte meine Zeit damit verbringen, auf den Spiegel einzuschlagen. Nur - es bringt nichts. Ich habe die Probleme geschaffen. Ich habe den Feind geschaffen. Mit meinen Gedanken. Mit meinem Handeln. Also liegt für mich die Lösung nicht in Kampf, Kontrolle und dem Erschaffen einer scheinbaren Sicherheit um jeden Preis. Sondern in einem tiefgehendem Wandel in mir.

 

Dafür muss ich mich selbst wirklich "durchleuchten". Das tue ich, seit Jahren. In den letzten Wochen, super intensiv. Nur so eine Situation, wie die, von den Bill Gates' dieser Welt geschaffene, konnte mich in Kontakt zu meinem tiefsitzenden Ängsten bringen. Dafür bin ich all diesen Menschen dankbar. Sie haben mir geholfen. Ungewollt. Aber effektiv. Und super, super schnell. 

 

Jetzt fühle ich mich an dem Punkt, das ich wählen kann. Das ich wirklich wählen kann. Freier und unabhängiger als ich mich jemals zuvor gefühlt habe. Das ist so ein riesiges Geschenk.

 

Was also wähle ich jetzt, wo alles so offen vor mir liegt? Wo die Verbindungen so klar werden? Die Struktur sich zeigt?

 

Ich wähle eine Welt der Liebe. Ich wähle es in Liebe zu handeln und zu agieren. Ich wähle es, Liebe zu sein. Ich wähle es, eine neue Welt zu gestalten und möglich zu machen. Nicht mehr einfach als Nebenjob, irgendwie und irgendwann. Nein, als einzigen Sinn und Zweck meines Hierseins. In jedem einzelnen Moment. Und so bewußt, wie es mir irgendwie möglich ist. Das wird mir nicht sofort gelingen. Ich werde straucheln und hinfallen. Ich werde vielleicht Abzweigungen einschlagen oder Schleifen laufen. Aber, das ist vollkommen in Ordnung so. Ich bin nicht perfekt. Ich bin ein Mensch. Ich laufe manchmal rückwärts oder lasse mich ablenken. Gut, dann ist das halt so, in diesem Moment. Dann umarme ich mich selbst damit und setze mich wieder auf Kurs, wenn ich bereit dazu bin. Keine Selbstverurteilung mehr. Kein Gefühl von Versagen. Kein Kleinmachen. Einfach nur Liebe. Auch mir selbst gegenüber. Liebe und Geduld. Ich weiß, das ich am Ende gar nicht fehlgehen kann. Und das die Schönheit nicht im Ziel liegt, sondern im Prozess. In den vielen, vielen Schritten dorthin. In der Erfahrung meines eigenen Wandels. Und der Erfahrung, wie ich damit die Welt um mich herum verwandele.

 

Meine Entscheidung ist der Anfang der neuen Reise. Sie ist der Anfang einer neuen Welt. 

 

Einer Welt des Miteinanders. Einer Welt der Verbundenheit. Eine Welt der Achtung voreinander. Eine Welt, in der niemand um sein Überleben kämpfen muss oder seine Seele verkaufen, um ein menschenwürdiges Leben zu führen. Eine Welt, in der jede unserer Handlungen davon bestimmt wird, ob sie allen dient. Allen Menschen, der Natur, der Erde. Eine Welt, in der ein Gewinn auf Kosten von Anderen undenkbar ist. Eine Welt, in der geteilt wird. Unabhängig von Herkunft, Glauben und Hautfarbe. Eine Welt, die keine Grenzen oder Mauern kennt. Eine Welt, der Offenheit, Transparenz und Ehrlichkeit. Eine Welt der Vielfalt. Der Buntheit. Der Werstschätzung. Der Nähe. Des Umarmens. 

 

Das scheint unmöglich? Nein, das ist es nicht. Wir können das schon. Wir machen das schon. Immer mal wieder. Im Kleinen. Innerhalb unserer Familien zum Beispiel. Jetzt geht es nur darum, alles zu unserer Familie zu machen. Inklusive uns selbst...

 

Auch das wird nicht sofort funktionieren. Doch, wir können uns dafür entscheiden. Jetzt. Und dann einfach Schritt, für Schritt, für Schritt gehen. Hand in Hand. In Richtung eines neuen Horizontes.

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Timmijaaraq


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Die, die

überall hinfliegt.


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Der kleine Vogel.


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Unterwegs zwischen 

Himmel und Erde.


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Er setzt sich

sacht....


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.... auf dein Herz.


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Um zu singen

und zu zwitschern.


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Er singt ein Lied

vom Himmel. 


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Er singt

von einer Welt

ohne Grenzen.


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Er singt ein Lied

von der Schönheit

deiner Seele.


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