Fühlen, was wirklich ist

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Die Natur ist ein wundervoller Spiegel. Ein unglaublicher Helfer. Pflanzen, Tiere, Bäume, Felsen, Wasser, Feuer, Sturm - alles berührt und erzählt uns von uns selbst. Im Bezug auf die Menschheit erzählt sie uns im Moment eine Geschichte der Selbstzerstörung.  Wir können weghören, wir können wegschauen, doch das ändert nichts an den Tatsachen. Das ändert auch nichts an den Folgen für uns. 

 

Ich habe beschlossen, genau hinzusehen. Es an mich heranzulassen. Dort, wo es anfängt richtig weh zu tun. Dort, wo es persönlich wird und sehr direkt. Dort, wo die Wunden schwären. Ich sehe mir an, welche Verantwortung ich dafür trage und was ich daran verändern kann. Manchmal möchten diese Gefühle einfach nur gefühlt werden. Vollkommen. Manchmal möchten sie ausgedrückt und weitergetragen werden. Manchmal braucht es eine Grenze und ein klares Nein. Manchmal braucht es eine Umarmung. Manchmal braucht es Abstand, Liebe zu mir selbst und Zeit.

 

Ich schaue in jede Ecke, in jeden Winkel, ich lasse alles zu. Allen Schmerz, alle Verzweiflung, alle Hoffnungslosigkeit, die Wucht der Wut, des Hasses und der Ohnmacht. Ich lasse es zu, wenn ich im Ufer der Ostsee stehe, die biologisch praktisch tot ist. Ich lasse es zu, wenn ich an einer wilden Müllkippe stehe, die jemand gedankenlos im nächstgelegenen Wald eröffnet hat. 

 

Ich spreche mit den Tieren, höre ihre Botschaften und sitze im stillen Zwiegespräch mit den Bäumen. Ich reiche dem verborgenen Volk die Hand und freue mich über die Geschenke der Pflanzenenergien.

 

Ich lasse die Schönheit und die Verletzlichkeit tief in meine Seele sinken. Die wilden Wolkenformationen am Himmel, den stillen Eichenbaum, die grünen, weiten Wiesen der Elbaue. Ich fühle die Kraft der Natur, die Vollkommenheit dieser Welt, die tiefe Verbindung zwischen allem Lebendigen. 

 

Und ich spüre, uns Menschen darin. So oft getrennt, innerlich und äußerlich, von der Erde und der Natur. Eingepfercht in Betonzellen, abgeschnitten von der Lebendigkeit des Lebens. Doch wir gehören zusammen. Daran erinnere ich Jeden, der es hören kann. Wir gehören zusammen. Einer ist Spiegel des Anderen. Was wir mit der Natur tun, was wir mit der Erde tun, das tun wir mit uns selbst. 

 

Es ist Zeit, die Trennung zu beenden. Es ist Zeit die Waffen wegzulegen. Dort draußen gibt es nichts zu besiegen. Dort gibt es keine Bedrohung, außer der, die wir erdacht haben. Wir erschaffen die Bedrohung selbst. Weil wir uns selbst zum Feind auserkoren haben....

 

 

 

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